Wer nach Eschenhahn kommt, merkt schnell, dass Eschenhahn ein hundefreundliches Dorf ist. Viele Einwohner besitzen selbst Hunde und es gibt sogar eine professionelle Dogwalkerin, die Hunde Anderer ausführt und betreut. Die Wanderwege rund um Eschenhahn, insbesondere der Meilerplatz sind beliebte Strecken, um Hunden Auslauf zu bieten. Was Hunden und ihren Herrchen und Frauchen Freude und Lebensqualität verschafft, hat jedoch auch Schattenseiten.
Ein Problem sind beispielsweise Rehe, die durch nicht angeleinte Hunde angegriffen werden. Da die Zahl direkter Hundebiss-Fälle schwer zu erfassen ist, gibt es hierzu nur grobe Schätzungen zwischen Hunderten bis Tausenden Fällen bundesweit. Erst am 1. März 2026 wurde ein verendetes Rehkitz in Eschenhahn unweit der Schwalbacher Straße am Ortsausgang Richtung Idstein unmittelbar am Metallzaun eines Privatgrundstückes gefunden. Revierförster Matthias Kirchner konnte Hundebiss als Todesursache eindeutig feststellen. Der Tag, an dem das Kitz gefunden wurde, markiert übrigens den Beginn der Brut- und Setzzeit, die bis zum 30. Juni andauert. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern wie etwa Niedersachsen gibt es in Hessen jedoch keine aktuelle Leinenpflicht für diese Zeitspanne. Freilaufende Hunde können also weiterhin ohne Konsequenzen Wild angreifen. Bereits 2024 gab es einen Antrag der Unabhängigen Liste Idstein (ULi), diese Gesetzeslücke zum Schutz des heimischen Wildes zu schließen. In der Begründung heißt es: „Freilaufende Hunde stellen eine massive und häufiger werdende Gefahrenquelle für die ungestörte Brut-, Setz- und Aufzuchtszeit im Feld-, Wald- und Wiesengebiet dar“. Die Stadtverordnetenversammlung stimmte am 16. Mai 2024 mit 41 zu null Stimmen für den Antrag. Passiert ist bislang dennoch nichts. Der Magistrat setzt derzeit auf die Vernunft der Hundebesitzer – offenbar mit gemischtem Erfolg.
Das zweite Problem, das bei Anwohnern immer wieder Unmut erzeugt, sind die Hinterlassenschaften der Hunde. Zwar werden die Hundehalter darum gebeten, Plastiktüten dafür bereitzuhalten, doch dazu braucht es Hundekotbehälter. Diese gibt es in Eschenhahn immerhin an drei Stellen: Schwalbacher Straße, Ecke Borngartenweg, am Ende der Rathausstraße und am Friedhof (siehe Karte). Der Ortsbeirat setzt sich dafür ein, mindestens einen weiteren Ort dafür auszuwählen. Dazu braucht es aber auch die Bereitschaft der Hundehalter, die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner fachgerecht mithilfe ebendieser Hundekotbehälter zu entsorgen. Die übrigen Eschenhahner werden es danken.
Auch Eltern sollten hier Vorbildwirkung zeigen und Ihre Kinder darauf hinweisen, die Hinterlassenschaften der vierbeinigen Freunde wegzuräumen. Häufig liegen die Haufen mitten auf den Wegen, was schon oft zu Verstimmung bei Passanten und Wanderern geführt hat.